Warum ein Unimog als Expeditionsfahrzeug

Atlas4x4 Basisfahrzeug U1350L mit OM366LA Bj1996

U1350L mit OM366LA Bj1996

Die Wahl des passenden Basisfahrzeugs

Als Expeditionsfahrzeuge eignen sich in der Regel Militärfahrzeuge sehr gut. Grund hierfür ist, es gibt Fahrzeuge mit wenig Laufleistung und sehr gut gewartet. Militärfahrzeuge sind meist optimal für Fernreisen ausgestattet, keine unnötige Hydraulik und andere An-/Einbauten. Jedoch sind es oft exotische Marken und Modelle, die die Ersatzteilbeschaffung teuer und schwierig machen. Hier bildet nun der Unimog eine der wenigen Ausnahmen, ihn gibt es auch in zivilen Versionen. Die Ersatzteilversorgung ist sehr gut, die weltweite Händlerdichte ist hervorragend und es gibt ausreichend viele Gleichteile mit anderen LKW’s aus der Mercedes Familie.

Sie können einen Unimog für den Umbau durch uns aus unseren Basisfahrzeugen auswählen, oder auch selbst einen Unimog anliefern. Beim Kauf eines Unimog sollten Sie auf den richtigen Typ, den Zustand und die Ausstattung achten. Achtung beim Kauf, auf dem Markt treiben sich einige schwarze Schafe rum. Wir sind hier schon zweimal dreist betrogen worden, beide Male in Holland. In beiden Fällen haben wir das Fahrzeug leider nur beruhend auf Aussagen des Verkäufers gekauft. Also Augen auf,  schauen Sie sich das Fahrzeug genau an. Sollten Sie sich mit der Materie nicht so gut auskennen, bitten Sie einen Kenner der Materie Sie zu begleiten. Finger weg von Fahrzeugen mit denen Sie keine Probefahrt machen können. Einen kleinen Überblick über die Auswahl des richtigen Fahrzeugs finden Sie hier weiter unten und auf in dem Video vom Explorer

Welcher Unimog ist als Basisfahrzeug geeignet?

U1300L BM435115

U1300L BM435115

Der Unimog erfreut sich einer großen Variantenvielfalt. Nicht jeder dieser zahlreichen Baumuster ist als Reisefahrzeug geeignet. Zu kurz übersetzte Achsen, zu kurzer Radstand oder eine Agrarausstattung macht den Unimog ungeeignet. Auch die Verwendung in seinem bisherigen Einsatz kann das Fahrzeug eher ungeeignet machen, ein Winterdienstfahrzeug oder eines aus dem Tagebau sollte nicht in Betracht gezogen werden. Jedoch wird es immer schwieriger gute Fahrzeuge zu bekommen. Generell gilt, lieber etwas mehr Geld für ein Basisfahrzeug in gutem Zustand und Ausstattung auszugeben, als dieses dann zu restaurieren und die Ausstattung nachzurüsten. Hier kann man viel Geld sparen.

Doch nun zu den Fahrzeug Baumustern. Die Bezeichnungen der Fahrzeuge folgen keiner durchgehenden Logik. Wir verwenden für unsere Aufbauten in der Regel Baumuster 435.115, 437.111 oder 437.116, diese 6 Zahlen sind der Anfang der Fahrgestellnummer. Grundsätzlich kann man sagen, die Baumuster, die mit 435 oder 437 anfangen oder die Verkaufsbezeichnung U1300L, U1350L oder U1550L, sind geeignet. Die Fahrzeuge gibt es dann in den Radständen 3250mm, 3700mm und seltener 3800mm, wobei sich mit dem Radstand das Gewicht und auch der Wendekreis vergrößert, was einen der Vorteile des Unimogs wieder zunichte macht.

Neue Unimog 4023, wir werden immer wieder gefragt warum wir keinen neuen Unimog als Basisfahrzeug verwenden. Wir und auch unsere Kunden möchten die ganze Welt bereisen, von der Sahara bis hin zum Hochland in den Anden. Meiner Meinung nach ist der neue Unimog hier weniger gut geeignet. Durch den hohen Grad der Elektronisierung und der Abgasnachbehandlung gibt es zu viel anfällige Komponenten die beim Ausfall nur noch in Fachwerkstätten instandbesetzt werden können. Weitere Nachteile sind das hohe Leergewicht, fehlender Platz für Zusatztanks, die hohen Anforderungen an die Dieselqualität und der lange Radstand von 3800mm, der das Fahrzeug unhandlicher macht. Möchte man Europa nicht verlassen, würde ich einen U4023 empfehlen, jedoch stellt sich dann die Frage: „Warum brauche ich in Europa einen Unimog?“

Beim Thema Gewicht, kann man am einfachsten auf die Anzahl der Radbolzen achten. Die 6-Loch Achsen sind den leichten Unimogs vorbehalten (bis ca. 8,5t GGW) und auch nur diese sollten verwendet werden. Die 10-Loch Achsen kennzeichnen die schwere Baureihen. Diese Unimogs sind dafür gebaut große Lasten zu tragen und haben dementsprechen massive Achsen, Rahmen und Anbauteile. Das Fahrwerk ist für hohe Lasten ausgelegt und ist daher für die ca. eine Tonne eines leichten Wohnaufbaus viel zu hart ausgelegt.

Eine ganz besonderst seltene 6×6 Variante (drei Angetriebene Achsen) sieht man immer wieder mal auch als Reisemobil. Solche Fahrzeuge sind gänzlich ungeeignet und haben für den Reisenden keine Vorteile sondern nur Nachteile. Sie sind besonderst schwer, haben einen sehr schlechten Wendekreis, mehr anfällige Technik, ein weniger agiles Fahrverhalten, ein zu hartes Fahrwerk und einen hohen Reifenverschleiß.

U1550L BM437116

U1550L BM437116

Baumuster 424, 425 oder 427 sind eher nicht geeignet. Diese Fahrzeuge haben einen auf Agrareinsatz ausgerichtetes Fahrgestell.

Bei den geeigneten Baumustern sollte man noch auf ein Baujahr ab 1987 achten. Ab diesem Baujahr wurde der deutlich modernere OM366 Motor eingebaut, der schon serienmäßig über einen Turbolader verfügt. Später kamen dann noch ein Ladeluftkühler hinzu. Diese Motoren können einfacher in der Leistung angehoben werden, wodurch der Einsatz von Splitgetriebe und länger übersetzten Achsen erleichtert wird.

Ab Baujahr 1989 wurde das stärkere UG3/65 Getriebe verbaut. Diese Getriebe haben eine andere Synchronisierung und können nun statt 400Nm,  650Nm Drehmoment übertragen. Ein weiterer Vorteil ist die Möglichkeit einen Getriebeölkühler nachzurüsten, was bei dem Vorgänger UG3/40 nur mit stark erhöhtem Aufwand möglich wäre.

Die Getriebe sind in allen o.g. Fahrzeugen austauschbar, so bauen wir auch in ältere Fahrzeuge auf Kundenwunsch die neuen Doppelsynchrongetriebe des U4023 mit Handschaltung ein. Neben der leichteren Schaltbarkeit ist vor Allem die längere Übersetzung ein entscheidenter Vorteil zu den älteren Getrieben. So könnte die Nachrüstung mit einem Splitgetriebe entfallen.

U1350L BM437111

U1350L BM437111

Auch bei den verbauten Achsen gab es Weiterentwicklungen, so gibt es hier grundsätzlich zwei Varianten, 3-teilige Achsen und 2-teilige Achsen. Hier sind die 2-teiligen Achsen, Typ 747.362 u. 747.366 zu bevorzugen, sie haben ein größeres Ölvolumen im Vorgelege und dadurch eine 3cm größere Spurbreite. Sie gelten als robuster. Jedoch sollten diese Achsen mit vier Passschrauben am Tellerrad nachgerüstet werden. Wir kennen nun einige Fälle in denen sich die Verschraubung gelockert hat und es zum Ausfall der Achse kam. Mercedes kennt dieses Problem und hat daher eine Service Information herausgegeben. Ferner wurde von 8-fach auf 12-fach Verschraubung umgestellt.

Oft liest man von langen und kurzen Achsen. Lange Achsen sind fast Voraussetzung für ein Reisemobil, senken sie doch die Motordrehzahl erheblich ab und somit auch die Geräuschkulisse. Neben den „langen“ Achsen gibt es noch „extra lange“ Achsen, diese sind jedoch sehr selten und haben im Gelände den Nachteil, das dass Fahrzeug im 1. Gang für schwieriges Gelände zu schnell ist. Daher lieber ein Splitgetriebe nachrüsten, möchte man auch mal schwierigeres Gelände befahren. Hier finden Sie eine Tabelle mit der Geschwindigkeit über der Drehzahl mit „langen“ Achsen, hier finden Sie eine Tabelle für „kurze“ Achsen und hier für das moderne UG100 mit „langen“ Achsen, immer jeweils im Vergleich zum Splitgetriebe und der Arbeitsgruppe G20/G22.

Vorzüge eines Unimog

U1550 L37 Doppelkabine

U1550 L37 Doppelkabine

Der Unimog ist ein ausgereiftes und umfangreich erprobtes Fahrzeug mit herausragenden Geländeeigenschaften. Neben seinem Kultstatus und seiner großen Fangemeinde zeichnet ihn seine Kompaktheit aus. Kein anderes Fahrzeug dieser Größe hat einen derartig kleinen Wendekreis, ist so reparaturfreundlich (eine Forderung aus dem Lastenheft der Militärs) und ist so geländegängig wie ein Unimog. Wem ein Geländewagen zu klein ist und ein MAN zu groß, der landet fast zwangsläufig beim Unimog. Während Sprinter, Daily und co. mit verbauter PKW-Technik nur bedingt robust sind, ist der Unimog mit seiner leichten LKW Technik bei richtigem Gebrauch robust und wertstabil.

Vor- und Nachteile eines Unimog als Expeditionsfahrzeug

Nachteile

  • – höherer Anschaffungspreis
  • – kleines Fahrerhaus wenn keine Doppelkabine
  • – Unimog spezifische Ersatzteile sind teuer
  • – schlechte Verfügbarkeit von guten Fahrzeugen

Vorteile

  • + extrem geländetauglich
  • + große Bodenfreiheit und Böschungswinkel
  • + sehr kleiner Wendekreis
  • + noch gute Ersatzteilversorgung weltweit
  • + in verschieden Radständen und Ausführungen erhältlich
  • + große Fangemeinde weltweit
  • + mit einer Breite von 2,3m und einer Länge von 6m sehr kompakt (Radstand 3250mm)
  • + umfangreiche Ausstattung (Sperren, Untersetzungen)
  • + umfangreiches Zubehör erhältlich (RDRA, (Splitgetriebe), Untersetzungsgetriebe)

Wir fahren selbst seit 2011 einen Unimog und haben es nie bereut. Natürlich hängt es von den Reisezielen und der Art des Reisens ab, ob ein Unimog das richtige Fahrzeug ist. Wir beraten Sie gerne auf dem Weg zu Ihrem Expeditionsfahrzeug, auch wenn es kein Unimog werden soll.

Hier finden Sie Basisfahrzeuge, die wir in Verbindung mit einem Umbauauftrag verkaufen.

Bei uns bekommen Sie alles aus einer Hand:

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